Breaking Rules Overexposed
956 Fotos in 6,5 Stunden war das Resümee des Tages. Dieser Satz ist in meinen Augen jedoch mit Vorsicht zu genießen, wenn jemand prahlt, wie viele Fotos er an diesem Tag geschossen hat. Die Anzahl der Auslösungen sagt nichts über die Qualität der Fotos aus – gar nichts. Wollen wir die Magische Zahl also nicht an den Goldenen Nageln hängen und beschränken den Blogeintrag auf wichtigere Dinge.
Doch was sind ‘die wichtigen Dinge’ im heutigen Blogeintrag? Selbstverständlich, ihr könnt auch einfach auf meiner Startseite das Foto bewundern, oder andernfalls lautstark kritisieren. Hier soll es sich jedoch um das drum herum drehen, den kreativen Prozess, Erlebnisse, Erfahrungen… dafür ist er da, der Blog.
Nach Shootings werde ich oft gefragt, was denn das Thema war. Es gäbe kein Thema, antworte ich immer promt! Unter Thema verstehe ich z.B. ein für die Jahreszeit passendes Wintershooting mit viel Schnee, wo ich eine Schneeprinzessin oder ähnliches inszeniere. DAS ist ein Thema. Oder ich lasse das Model im Dreck suhlen, das könnte ein Thema sein… auf alle Fälle gibt es bei mir eine Richtung, einen Leitfaden, eine Vorlage – das hilft dem Model eine Vorstellung über nachfolgendes zu erhalten oder um Hair & Make-up eine Richtung vorzugeben. Mich mit der Kamera vor das Model zu stellen und zu sagen ‘mach mal’ kommt für mich nicht in Frage und führt auf keinen Holzweg. Das ganze kann auf Kurz oder Lang funktionieren, doch wenn der Blackout naht, möchte ich nicht in dieser Haut stecken.
Oft bekommen auch nur die am kreativen Prozess Beteiligten die Rahmenbedingungen und Inspirationen zu Gesicht, denn es ist für mich sehr wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass man sich nicht an Regeln halten MUSS. Es erzeugt eine unnötige Einschränkung und Blockade für mögliche Geistesblitze! “Regeln” ist auch ein sehr gutes Stichwort für das obige Foto: Unzählige Male wurde das Thema in Büchern, Videos und Workshops durchgekaut und auch an mir ist diese Regel nicht spurlos vorbeigegangen. Die Rede ist von angeschnittene Gelenken wie Knie, Schulter oder eben Ellenbogen! Mir war es während der Durchsicht der Fotos nicht entgangen, dass ich hiermit einer der Grundregeln in der Fotografie breche – doch ich fand es passt stimmig ins Bild, es stört nicht! Der “Blickfluss” des Betrachters wird nicht unterbrochen, da sich immer noch ein Großteil des Ellenbogens im Bild befindet. Wer anderer Meinung ist, lasse mich dies bitte wissen!
Die Idee während dem fotografieren war ein etwas ausgebrannter, stark kontrastreicher Look der durch den weißen Hintergrund ⇈ + Schatten ⇊ zusammen mit Haut ↑ + Haar ↓ erzielt wird. Bei der Bearbeitung habe ich die hellen Bereiche etwas nach oben gezogen, das ausbrennen habe ich jedoch so gut wie vermieden (siehe Foto links). Bei Sean Armenta beginnt das ausbrennen bei einem RGB Wert von etwa 240 – die habe ich v.a. im Rot nicht eingehalten, jedoch beginnt das ausbrennen bei mir ab einem Maximalwert von 255!
Mit dem Begriff One-Light-Setup ist der Aufbau sehr schnell erklärt. Beauty Dish mit eingesetzter Wabe erzeugen einen kleinen Bereich, der ausgeleuchtet wird. Dadurch wollte ich den ‘schnellen’ Helligkeitsverlauf im Hintergrund erreichen – wenn ihr versteht, was ich meine… Im Lightsetup sind alle relevanten EXIFs notiert (siehe rechts)
Falls fragen auftauchen oder ihr konstruktive Kritik vorzuweisen habt, könnt ihr mir gerne eine E-Mail schreiben oder mich auf Facebook kontaktieren – ich freue mich auf euch. Als kleines Schmankerl findet ihr anbei einige Making-of Fotos (geschossen mit dem iPhone).
















